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Neuere Geschichte der Akupunktur in Deutschland
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Neuere Geschichte der Akupunktur Deutschland

An dieser Stelle eine Geschichte der Akupunktur in Deutschland zu schreiben würde für eine Internetseite deutlich zu weit führen. Dennoch wollen wir zum besseren Verständnis unserer Vereinsziele, ja eigentlich sogar zum besseren Verständnis der Vereinsgründung versuchen, die Geschichte der Akupunktur in groben Zügen nachzuzeichnen.

Nach den ersten Kontakten im Rahmen der alten Geschichte vor dem zweiten Weltkrieg, beginnen wir mit Kollegen wie Herrn Schnorrenberger (Literaturhinweis, Link), die schon lange vor dem späteren boom begonnen hatten sich mit traditioneller chinesischer Medizin, insbesondere mit Akupunktur auseinender zu setzen. Nach dem historischen Besuch Richard Nixons in China im Jahre 1972 begann eine  Akupunkturwelle auf die westliche Welt zuzurollen, die zu einer unglaublichen Kommerzialisierung dieser Methode geführt hat. Nach anfänglich noch völlig offenem Markt und einem Bundessozialgerichtshofurteil aus dem Ende der sechziger Jahre, wurde Akupunktur nach Erschöpfung schulmedizinischer Leistungen von den Kassen auf Antrag erstattet. Diese rapide zunehmende Einnahmequelle neben dem normalen Budget lockte unendlich viel Kollegen an, sodass sich die Kassen gegen Ende der achtziger Jahre gezwungen sahen, Gegenstrategien zu entwickeln. Auch die traditionellen Akupunkturvereine, die zu diesem Zeitpunkt 60-Stunden-Kurse verkauften, sahen sich angesichts sinkender Zahlen Ausbildungswilliger Kollegen, die zum Teil unsere sehr viel preiswertere Variante vorzogen gezwungen, Maßnahmen zur Gewinnsicherung zu ergreifen. Das Schlagwort unserer Zeit „Qualitätssicherung“ sollte beiden Gruppen dienlich sein. In Co-Operation, beide hatten vor Augen die Zahl der Anwender zu reduzieren, arbeitete man sich über die Ärztekammern und die KVen vor. Die großen Akupunkturvereine wollten zudem über die scheinbare „Qualitätsforderung“ auch eine Ausbildungs-Qualitätsforderung mit ins Spiel bringen, die die Kollegen wieder zurück in die teuren Ausbildungen zwingen sollte.

In unendlich vielen Vorstößen im Weiterbildungsausschuß der Bundesärztekammer und bei den Kassen, führte man letztendlich die Forderung nach einer 140 Stunden Ausbildung ein, die mit dem so genannten A-Diplom abschloss. Noch gaben wir uns an dieser Stelle nicht geschlagen. Mit der Vereinszertifizierung und einem ausgefeilten online-Unterrichts- und Chatroom Konzept konnten wir zu „Aldi-Preisen (Markenware zu günstigen Preisen !! “ auch noch eine von den Kassen anerkannte 140-Stunden-A-Diplom-Ausbildung sehr zum Leidwesen  der anderen Vereine organisieren. Ein Kursus, der dort zwischen 6000,- € und 10.000,-€ pro Kosten pro Teilnehmer auslöste, war bei uns zum Preis von 1500,- bis 2000,-€ zu haben.

Nun kam die aus Sicht der Vereine großartigste Idee, um weiterhin die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen. Gemeinsam mit den Kassen initiierte man einen Großversuch (GERAC-Studie), der mit Millionen-Kosten beweisen sollte, dass Akupunktur eben nur „echte Akupunktur“ ist und dass sie sich vom Erfolg der Behandlung her klar gegen alle anderen „Scharlatanerien“ abzusetzen im Stande war. „Der größte, wissenschaftlich begleitete Akupunkturversuch“, so die Selbstdarstellung, wurde mit großem Aufwand geplant und propagiert. Die „Größen“ der deutschen Akupunkturszene machten sich daran, Ihren Traum vom „wissenschaftlichen Beweis der traditionellen Ausbildung“ war zu machen. In der offiziellen Versuchsplanung hieß es, man wolle mit diesem Versuch „echte, traditionelle Akupunktur“ von so genannter „Sham-Akupunktur“ unterscheiden. Unsere zunächst begonnene eigene Mitarbeit bei der Planung wurde aus verständlichen Gründen torpediert und im Keim erstickt. Neben mehreren „Orginal-Rezepten“ zur Akupunktur bei den Indikationen Migräne, lumboischialgieforme Beschwerden und Gelenkschmerzen bei chronischen Gelenkerkrankungen wurde eine eigene „Sham-Akupunktur“ in „Übereinstimmung mit den führenden Akupunkturspazialisten der Welt“, so die großspurige Ankündigung, geschaffen. Sie sollte garantiert keine Wirkung zeigen, da sie eben genau dafür von der Lokalisation der Einstichstellen her konzipiert war.

Die Studie fand unter statistischer Begleitung zweier renommierter Universitätsabteilungen für Bio-Mathematik statt. Die Durchführung lief wie geplant. Als die ersten Ergebnisse intern bekannt wurde, brach den Initiatoren der Schweiß aus. Zunächst wurde in aller Eile noch auf dem deutschen Ärztetag die Weiterbildungsforderurriculum von 200 !!! Stunden Ausbildung durchgepeitscht. Erst dann wurden die Ergebnisse offiziell gemacht. An dieser Stelle wird bewusst, mit welcher unglaublichen unwissenschaftlichen Arroganz die Ergebnisinterpretation stattfand. Selbst die beteiligten, seriösen Statistiker und Fachprofessoren, die bisher keine Ahnung von Akupunktur hatten und die, nachdem ihnen das Konzept von den „wahren“ Akupunkteuren klar gemacht worden war, an eine Bestätigung der Null-Hypothese glaubten, verbogen sich im Nachhinein in Ihrer Interpretation.

Was war geschehen?

Bringt man es kurz und bündig auf einen Nenner, so hat die GERAC-Studie mit Millionen-Aufwand erbracht, dass die Wirkung einer „echten Akupunktur“ von der ebenso erfolgreichen Wirkung einer eigens konzipierten „Nicht-Akupunktur“ sich statistisch NICHT UNTERSCHEIDEN LÄSST. Nochmals in anderen  Worten:  Eine Scheinakupunktur ist ebenso erfolgreich wie eine „Echt-Akupunktur“.

n unglaublicher Weise versuchte man nun im Nachhinein zu Retten was zu Retten war. Der mitgeführte Kontrollarm einer schulmedizinischen Behandlung wurde auf einmal zur Vergleichsgruppe, da hier die Ergebnisse beider Behandlungsgruppen mit Akupunktur sich mit deutlich besserem Ergebnis abheben konnten. Die logische, wissenschaftliche Konsequenz hieraus, die gemeinsamen Effekte von Akupunktur und „Sham-Akupunktur“ nun unter die Lupe zu nehmen, hat bisher keiner geschafft. Man verbiegt sich und windet sich mit Hinweisen wie: Das war keine Schein-Akupunktur sondern eher eine Minimal-Akupunktur? Oder ein „Trend“ zum größeren Erfolg ist, wenn auch wissenschaftlich nicht belegbar, so doch erkennbar ????

Damit sind wir am Schluss unserer kurzen Betrachtung angelangt. In unglaublicher Weise hat sich die von einem Kollegen einmal so benannte „Akupunktur-Mafia“ ein komplettes Desaster vom Halse gehalten und die Pfründe für weitere Jahre gesichert. Dass im Zeitalter kühler Rechner und Denker, die es schaffen, eine Rakete auf dem Mars landen zu lassen, solcherlei Dinge noch immer möglich sind betrübt uns angesichts der gerade bei den Krankenkassen so großen Finanznot sehr.

 

 

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